Mittwoch, 13. November 2013

Back to the roots?



Der Bundeswehr scheinen die Ideen dafür auszugehen ihr Werben fürs Sterben verharmlosend darzustellen. Ein Mangel an Mühe und Originalität kann ihr jedoch nicht vorgeworfen werden. 

Der im Juni 2013 veröffentlichte Videoclip "Marine Trailer Bananen" wurde von den Medien lächerlich gemacht. Zu skurril war die vermittelte Botschaft: "Ohne Bundeswehr keine Bananen". 

Die Bundeswehr scheint sich dieser Kritik angenommen zu haben und zu ihren Wurzeln zurückgekehrt zu sein. Doch wenn mensch sich anschaut, was dabei rauskommt, wünscht er sich fast das propagierte Bild einer BRD ohne Bundeswehr als Konsumwüste zurück.

Zur Erinnerung: Im Bundestagswahlkampf hatte der FDP-Bundestagsabgeordnete - ja, so etwas gab es Mal - Lars Lindemann ein Plakat der NS-Frauenschaft mit einem Logo der Partei Bündnis 90/Die Grünen versehen und es auf seiner Facebook-Seite veröffentlicht. Damit wollte er seine Kritik an dem Vorschlag Der Grünen bezüglich eines wöchentlichen fleischlosen Tages in den Kantinen äußern. Selbst in seiner eigenen Partei erhielt er dafür eine Schelte. Eine solche Adaption verbiete sich automatisch, war die einstimmige Reaktion darauf.

Die Bundeswehr fand aber scheinbar an einer solchen Darstellung gefallen. So veröffentliche sie zwar einen neu entworfenen, aber in seinem  Stil  doch deutlich an romantisch-militaristische und hurra-patriotische Plakate früherer Jahre erinnernden Flyer.
Der Schriftzug "Unsere Bundeswehr stellt Freiwillige ein!" wirft zunächst die Frage auf, wer diese erste Person Plural sein soll. In Verbindung mit den darüber skizzierten jungen, weißen, vor Kraft strotzenden Männern, deren heroischer Blick unmissverständlich klarstellt, dass sie bereit sind, die Freiheit des deutschen Volkes am Hindukusch zu verteidigen, erinnert  dies doch ein wenig an die Darstellungsformen aus dunkleren Stunden der deutschen Geschichte.

Wir - die Linksjugend [´solid] Halle - hoffen inständig, dass die Marketingstrategen der Bundeswehr schlichtweg zu abgestumpft waren, um eine solche Verknüpfung zu erkennen. Dennoch möchten wir hiermit nocheinmal deutlichst dazu Stellung beziehen. Für uns ist es absolut inakzeptabel mit solch glorifizierten Stereotypen an Schulen(!) und anderswo dafür zu werben, sich in die Souveränität von Staaten einzumischen und unschuldige Menschen umzubringen.
Das Militär ist keine Wunderwaffe zur Problemlösung. Versagt die Diplomatie, ist der Konflikt so weit vorangeschritten, dass fraglich ist, ob so etwas wie dauerhafter Frieden in der betroffenen Region überhaupt noch möglich ist.

Dieser Flyer wurde in einer Sekundarschule gefunden. Auf dessen Rückseite postuliert die Bundeswehr "interessante Berufschancen [...] beim größten und vielfältigsten Arbeitgeber Deutschlands". Eine solche Umschreibung ist im Bezug auf die Realität fast schon makaber. Wir lehnen diese geschichtsvergessene und verherrlichende Darstellung der Bundeswehr ab. Politischen Organisationen ist es verboten in der Schule für sich Werbung zu machen. Das ist auch gut und richtig so. Kinder und Jugendliche sollen sich möglichst frei von Manipulationsquellen eine eigene Meinung bilden können. Es erscheint in diesem Zusammenhang lächerlich die Bundeswehr nicht als politische Organisation zu betrachten.

Deutschland zu "dienen" kann für keinen Menschen das angestrebte Ziel sein. Nicht die Menschen "dienen" "ihrem" Land, das Land (und damit die Regierenden) muss zeigen was es für die Menschen tun kann.

Die Linksjugend [´solid] Halle fordert: Bundeswehr raus aus den Schulen!


Dienstag, 12. November 2013

Keine Macht den Drohnen!



Am Sonntag den 20.10.2013, um 16:00 Uhr, waren interessierte Bürgerinnen und Bürger zur einer Gesprächsrunde eingeladen. Der Friedenskreis Halle e.V. konnte Brian Terrell  als Gast begrüßen. Eine überschaubare Zahl von Bürger*Innen hatte den Weg in die Gertraudenkapelle, an der Marktkirche 1, gefunden. Die Uhrzeit und der Wochentag dürften, neben dem schönen Wetter, als die Hauptschuldigen gelten.

Brian Terrell, der sich in den USA als Friedensaktivist einen Namen gemacht hat, berichtete über die schrecklichen Erlebnisse[1] von Brandon Bryant und den Einsatz von Kampfdrohnen gegen US-Bürger[2] im Jahr 2011. Vorher erinnerte er an die Debatte in Deutschland, da auch der Verteidigungsminister Thomas de Maizière[3] (CDU) und die Bundeswehr[4] bewaffnete Kampfdrohen einsetzen möchten.

Aus Sicht der amerikanischen Regierung, bringt der Einsatz von Kampfdrohnen nur Vorteile. In der Ferne sterben nur die Bösen, während die Streitkräfte der USA zu Hause, in der Heimat bleiben können. Begleitschäden (z.B. zivile Opfer), Kriegstote und -versehrte gehören somit der Vergangenheit an. Ganz nebenbei bekommt der Krieg einen neuen Namen. Regierung bzw. Militärs sprechen viel lieber von einer Operation, da dieser Begriff positiv besetzt ist und der Drohnenpilot, präzise wie ein Chirurg, den „Tumor“ entfernt.

Ein F-16 Kampfpilot verschwindet vom Kriegsschauplatz, wenn er seine tödliche Fracht abgeworfen hat. Im Einsatz befindliche Drohnenpiloten erleben den Krieg, aus 25 cm Entfernung, live in Farbe und HD-Qualität. Außerdem können sich die im Einsatz befindlichen Soldatinnen und Soldaten, mit dem Argument der Notwehr die Seele reinwaschen. Diesen Rechtfertigungsgrund haben die Drohnenpiloten nicht, weil eine unmittelbare Bedrohung nicht vorliegt. Morgens töten, mittags in die Kantine, abends nach Hause zur Familie und trotz alledem eine kranke Psyche[5], dass ist die Realität vom sauberen und fernem Krieg.

Laut Zusatzartikel V der Verfassung der USA darf niemand in einem Strafverfahren zur Aussage gegen sich selbst gezwungen noch des Lebens, der Freiheit oder des Eigentums ohne vorheriges ordentliches Gerichtsverfahren nach Recht und Gesetz beraubt werden. Regelungen des Humanitären Volkerrechts und im einzelnen die Artikel 2 und 51 sowie Kapitel VII der UN-Charta werden ebenso in Frage gestellt, weil sich die Vereinigten Staaten von Amerika offiziell nicht im Krieg mit Pakistan oder dem Jemen befinden[6].

Nicht die Technik ist das Problem, sondern wie mit ihr umgegangen wird, meinte Brian Terrell und erwähnte im gleichen Atemzug den Drohneneinsatz über dem havarierten Atomkraftwerk in Fukushima[7]. Zum Schluss wollte ich wissen, ob die USA im eigenen Land bei Demonstrationen und an der Grenze zu Mexiko Drohnen einsetzten[8]. Er bejahte meine Frage, mit der Anmerkung, dass die Drohen vom Typ Predator unbewaffnet sind. Durchweg eine interessante Veranstaltung, die mich bestätigt hat, dass Krieg niemals sauber ist, egal mit welchen Mitteln.

Marcel Kieslich, Mitglied im Stadtvorstand der Partei DIE LINKE Halle (Saale)


Interquellen:

www.ag-friedensforschung.de/themen/Drohnen/

www.youtube.com/watch?v=sR9rqaUM7oY

www.wsws.org/de/articles/2013/10/24/dron-o24.html

www.freitag.de/autoren/cyterion/menschenrechtswidrige-drohnenangriffe

www.hrw.org/de/news/2013/10/21/usa-gezielte-toetungen-jemen-hinterfragen

www.zeit.de/politik/ausland/2013-10/drohnen-usa-pakistan-emmerson

www.swp-berlin.org/fileadmin/contents/products/aktuell/2013A28_rrw.pdf

www.zeit.de/politik/ausland/2013-10/eu-parlament-eurosur

www.youtube.com/watch?v=G90SvYuMVos

www.youtube.com/watch?v=v1dY76qhu2E


[1] www.spiegel.de/spiegel/print/d-90048993.html
[2] www.zeit.de/politik/ausland/2013-05/holder-drohnenangriff-amerikaner
[3] www.dw.de/bewaffnete-drohnen-f%C3%BCr-die-bundeswehr/a-16785409
[4] www.neues-deutschland.de/artikel/836880.bundeswehr-will-auch-lautlos-toeten-koennen.html
[5] www.tagesanzeiger.ch/wissen/technik/Morgens-toeten-abends-zu-den-Kindern/story/21575893
[6] www.stimmen-der-zeit.de/zeitschrift/ausgabe/details?k_beitrag=3442823&query_start=1
[7] www.welt.de/print/die_welt/wissen/article12902556/Drohnen-kreisen-ueber-Fukushima.html
[8] www.n24.de/n24/Nachrichten/Politik/d/3029624/wenn-das-fbi-durchs-fenster-schaut.html

Mittwoch, 4. September 2013

„If nothing goes right, GO LEFT!“


Los gehts! Wir starten in den Jugendwahlkampf unter dem Motto „If nothing goes right, GO LEFT!“ Hier erfährst du weshalb wir diese Kampagne machen, Hintergründe zu unseren Schwerpunktthemen Prekarisiserung, Wohnungspolitik und Feminismus. Du kannst nachschlagen wo Du uns vor Ort treffen kannst, mit welchen Aktionen du dich einbringen kannst und natürlich welche Materialien wir anbieten. Lasst uns gemeinsam die nächsten Wochen nutzen, um linke politische Inhalte auf die Straße zu bringen und für eine bessere Welt zu kämpfen!

 http://www.youtube.com/watch?v=UbC91GsOaVg

Donnerstag, 29. August 2013

Quo vadis Syrien?

Es ist nun etwas mehr als 10 Jahre her, dass die USA in ihren Krieg gegen den Irak, auf Grund von Geheimdienstberichten, gezogen sind. Diese Berichte besagten, dass es Massenvernichtungswaffen im Irak gegeben haben soll und dies nicht tolerierbar sei. Dass sich diese Informationen seinerzeit als falsch und sogar gefälscht herausstellten, wurde erst viele Jahre und einen fürchterlichen Krieg später bekannt. Nun scheint sich genau diese Vorgehensweise zu wiederholen. In Syrien herrscht seit rund zweieinhalb Jahren Bürgerkrieg zwischen der Regierung von Präsident Baschar al-Assad auf der einen Seite und syrischen Rebellen auf der anderen. Ein Ende dieses Konfliktes ist nicht in Sicht. Sein Höhepunkt soll der Krieg nun mit dem Einsatz von Chemiewaffen gegen die Menschen östlich von Damaskus gefunden haben, welche letzen Mittwoch eingesetzt wurden. Dabei sollen über 1.000 Menschen ums Leben gekommen sein.
Wer diese chemischen Waffen einsetzte ist immer noch nicht klar. Doch wollen amerikanische Geheimdienste Beweise dafür haben, dass die chemischen Waffen von der syrischen Armee und nicht von den Rebellen benutzt wurden.
Diese Beweise könnten die Grundlage für eine militärische Intervention des Westens in Syrien sein. Schon mehrere hochrangige Vertreter der US-Regierung, darunter auch Vizepräsident Joe Biden und der amerikanische Außenminister John Kerry, haben sich für einen solchen Militärschlag ausgesprochen. Was nun aber das genaue Ziel ihrer militärischen Intervention sein soll, darüber verlieren die vermeintlichen Angreifer kein Wort.
Noch in dieser Woche wollen die US-Geheimdienste die Beweise für den Chemiewaffenangriff vorlegen und dann soll über das weitere Vorgehen des Westens entschieden werden. Neben Ländern wie England und Frankreich möchte sich auch die deutsche Regierung politisch an dieser militärischen Intervention beteiligen. So meinte unter anderem der deutsche Entwicklungshilfeminister Dirk Niebel, dass ein Giftgasangriff nicht ungesühnt bleiben dürfe und daher eine Intervention unbedingt zu unterstützen sei. Auch sei ein Militärschlag ohne Beschluss des UN-Sicherheitsrates legitim, da mit dem Giftgasangriff gegen das Völkerrecht verstoßen wurde.
Die Frage ob die "Beweise" der US-Geheimdienste nun echt sind oder nicht und von wem der Giftgaseinsatz nun wirklich ausging mal bei Seite geschoben. Obwohl nach den Ereignissen im Irak vor 10 Jahren genau diese Skepsis mehr als gerechtfertigt ist. Die eigentliche Frage ist doch, was wäre durch eine militärische Intervention in Syrien gewonnen? In erster Linie würden Luftangriffe des Westens wieder viele Opfer fordern. Nicht nur auf Seiten des syrischen Militärs, sondern vor allem unter der Zivilbevölkerung. Bis heute sollen nach Schätzungen mehr als 100.000 syrische Bürger durch die Kämpfe ums Leben gekommen sein und diese Zahl würde weiter steigen, wenn der Westen militärisch interveniert.
Als nächstes stellt sich die Frage was sollen diese Angriffe bezwecken? Sollen sie nur ein Signal sein, dass Krieg okay ist, aber nur nach den Regeln des Westens, also ohne Chemiewaffen? Oder soll das Regime von Assad gestürzt werden? Und wenn er gestürzt wurde, wie soll es dann mit Syrien weitergehen? Beispiele wie Irak und Afghanistan haben doch sehr eindringlich gezeigt, dass militärische Interventionen des Westens nie ein Land befrieden konnten, sondern es ins Chaos stürzten.
Der Bürgerkrieg in Syrien wird auch nach einem möglichen Sturz von Assad nicht enden, im Gegenteil, er würde wohl noch unberechenbarer werden. Das liegt daran, dass die Rebellen außer in ihrem Bestreben gegen das Regime gemeinsam vorzugehen, doch sehr verschieden sind und jede Splittergruppe eine andere Vorstellung davon hat, wie ein neues Syrien aussehen soll. Die Konflikte innerhalb der aufständischen Gruppen gehen sogar so weit, dass die Kurden inzwischen zu hunderten Opfer von sunnitischen Terrorgruppen werden, die die Kurden aus Syrien vertreiben wollen. Es bestünde damit auch die Gefahr, dass sich der Konflikt auf Nachbarländer ausweiten könnte und ein Flächenbrand an Konflikten entstünde.
Aus diesem Grund kann ein Ende des Konfliktes überhaupt nur dann vorstellbar sein, wenn die Waffen schweigen und alle Parteien bereit sind sich auf Gespräche und Kompromisse einzulassen. Diese Gesprächsbereitschaft stellen wir aber sicher nicht mit Waffengewalt her. Daher dürfen auch keine Waffenlieferungen mehr in das Land erfolgen und es muss humanitäre Hilfe geleistet werden - wohlgemerkt in alle Regionen, nicht nur in von Aufständigen besetzte. Die Menschen dort unten brauchen keine einmarschierende Armee, sondern Versorgung und Verpflegung.
Aus diesem Grund muss unsere Forderung sein, keinen Krieg in Syrien zu unterstützen, jedwede Lieferung von Kriegsmaterial zu unterbinden und größtmögliche Unterstützung zu gewähren den Menschen in diesem Land auf humanitäre Art zu helfen und alle Anstrengungen darauf zu verwenden den Konflikt friedlich zu beenden.

Sonntag, 25. August 2013

Werben fürs Sterben auf dem Laternenfest?!

Es ist mal wieder August, Zeit für Halles größtes Volksfest, Freizeitspaß für jung und alt, daneben viel fettiges Essen, Mittelaltermarkt, Musik (mal bessere, mal schlechtere) und natürlich eine Drohne. Eine Drohne? Ja eine Drohne! Die Bundeswehr ist mal wieder da und möchte gern junge Menschen dazu bringen auf andere zu schießen und in den Tod zu gehen. Man kann das voll in Ordnung finden oder aber man findet es zum Kotzen. Wir tun zweiteres.
Entschieden gut? Entschieden schlecht!
Mit großen Stand und vielen adrett aussehenden Soldat_innen versucht sich die Bundeswehr mal wieder in die Lebenswelt junger Menschen zu schleichen. 
Da gibt es zum Beispiel ein Quiz, ist das nicht nett? Fragen wie: "Wieviele Rotorblätter hat der Tiger-Hubschrauber?" lassen die Herzen höher schlagen. Der Hauptgewinn? Keine Ahnung, ein Einsatz in Afghanistan oder Mali wirds wohl nicht sein. Von dem Spaß erfahren die Leute wohl erst später. 
Ein anderes schönes Beispiel ist dann auch die Hüpfburg für die kleinen Jungen und Mädchen, ob es wohl im nächsten Jahr einen Schießplatz für Neunjährige gibt wie in Bad Reichenhall (1) oder dürfen sie dann auf Autos rumklettern? Da Gerätschaften wie Panzer und Hubschrauber ja nicht mehr als Waffen! zählen (2), könnte die Bundeswehr das nächste Mal mit Leopard-Panzern oder Kampfhubschraubern über die Peißnitz brausen, das wäre doch klasse. Da passt es doch wie die Faust auf Auge, dass dieses Jahr schonmal eine Drohne mitgebracht wurde. Erstaunliche Gerätschaften, die gleich im Dutzend abstürzen (3), hunderte Millionen sinnlos verbraten (4), über Europa nicht fliegen dürfen (5), damit sie keine Passagierflugzeuge rammen und vor allem als Mordwerkzeuge für den Tod tausender Menschen in der ganzen Welt verantwortlich sind (6). Das sind doch mal Maschinen, mit denen man unbedingt auf Werbetour gehen sollte. 
Abgerundet wird das Bild eines gelungenen Bundeswehr-Auftritts dann nur noch durch kleine Kinder, die mit Deutschlandfähnchen (mit Armee-Logo) durch die Gegend streifen und Werbung für den Tod aus Deutschland machen.
Uns ist bewusst, dass viele  Bundeswehrsoldaten bei der Hochwasserkatastrophe in diesem Jahr in Halle geholfen haben, diese persönliche Leistung wollen wir nicht schmälern. Wir würden uns dennoch freuen, wenn die Bundeswehr abgeschafft und stattdessen das THW finanziell und personell so unterstützt werden würde, dass es bei Katastrophenfällen effektiv helfen könnte, ohne auf  Armeen zurückgreifen zu müssen. Diese Form der zivil-militärischen  Zusammenarbeit ist nämlich ebenfalls eine große Werbekampagne der  Bundeswehr, nur ohne Deutschlandfähnchen und Quiz.
Das die Bundeswehr immer noch unwidersprochen Familienfeste für ihren tödlichen Auftrag instrumentalisieren kann, wollen wir nicht hinnehmen, die Bundeswehr und ihr Sch... hat nichts auf dem Laternenfest zu suchen. Wir fordern die Stadt auf, keine weiteren Besuche der Bundeswehr zuzulassen und endlich den Militarismus beim Laternenfest zu beenden. Unsere Haltung hat sich nicht geändert (7).

Linksjugend ['solid] Halle
 
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Montag, 5. August 2013

Der Schwarze Kanal: „DDR-Propaganda im Spiegel antifaschistischer DEFA-Filme“


Das Sommer-Open-Air-Kino am Peißnitzhaus

Der Sommer zeigt sich von seiner schönsten Seite, was liegt da näher als draußen was zu unternehmen? Und wenn man das dann auch noch mit Filmen und Popcorn kombinieren kann, kann es nur Open-Air-Kino sein. Die Linksjugend [’solid] Halle präsentiert dieses Jahr vom 20. August bis zum 10. September den Kino-Sommer am Peißnitzhaus. Motto ist: Der Schwarze Kanal: „DDR-Propaganda im Spiegel antifaschistischer DEFA-Filme“.

Wo?                      In den Kolonnaden am Peißnitzhaus,
                              Peißnitzinsel 4, 06108 Halle  

Wann?                 Jeden Dienstag ab dem 20. August, 
                             jeweils ab 19 Uhr


Und sonst so?     Der Eintritt ist frei und es gibt 
                             gratis Popcorn


Veranstaltungsteaser:

Für die DDR war der Antifaschismus sowohl „Staatsräson“, als auch Gründungsmythos, Legitimationsmuster und als Kampfmittel gegen den „Klassenfeind“. Das kam insbesondere in Propagandafilmen der DDR zum Ausdruck. Einige davon sind legendär geworden und im Gedächtnis vieler Ostdeutscher haften geblieben. Wir wollen uns mit euch mit diesen Filmen auseinandersetzen, mit ihrem Bild von Geschichte und Antifaschismus, mit ihrer Intention und Wirkung. Die Veranstaltungen werden von Angelika Nguyen wissenschaftlich begleitet: Studium der Filmwissenschaft an der HFF Babelsberg, Filmjournalistin und Autorin, schreibt Filmanalysen in wissenschaftlichen Zeitschriften und Texte zu Kinostarts auf ostblog.de und im Freitag, lebt in Berlin

Die Filme:


20.8. „Ernst Thälmann – Sohn seinerKlasse“ (1954, Regie: Kurt Maetzig“)


Der historisch-biographische Film, 1.Teil des Thälmann-Epos, erschien ein Jahr nach Stalins Tod und nach dem antistalinistischen DDR-Aufstand am 17.Juni 1953. Der Film wurde persönlich gewünscht und gefördert von Walter Ulbricht, dem damaligen Ersten Sekretär des  ZK der SED. Im fortgesetzten Kalten Krieg galt es, die Bevölkerung der DDR für den Sozialismus politisch neu zu motivieren. Die Filmhandlung beginnt an der Westfront 1918 und endet mit der Niederlage des Hamburger Aufstands 1923. Zentrum des Films ist die Heroisierung und eine kaum differenzierte Darstellung der Persönlichkeit Ernst Thälmanns ebenso wie die tendenziöse Interpretation von Geschichtsereignissen im Vorfeld der Nazizeit. Der vorwiegend monumentalen Szenengestaltung und der überbordenden Stofffülle sind anzumerken, dass es hier weniger um Story und Charaktere ging als um die Illustrierung einer Ideologie.

https://www.facebook.com/events/622439467780008/

27.08. „Ernst Thälmann – Führerseiner Klasse“ (1955, Regie: Kurt Maetzig)


Der 2. Teil der Thälmann-Biographie enthält die 140 Minuten lange Schilderung von Zeitgeschichte von 1930 bis zu Thälmanns Ermordung durch die Nazis 1944. Dabei werden jegliche Fakten, die das Heldenbild von Ernst Thälmann oder vom makellosen Kommunismus trüben könnten, wie Thälmanns autoritärer Führungsstil, seine Eheprobleme oder Stalins Verweigerung einer Befreiung Thälmanns, komplett ausgeblendet. Desto ausführlicher gibt es Panzer mit rotem fünfzackigem Stern zu sehen, um die Bilder vom Aufstand 1953 möglichst umzuwerten und die Sowjetunion in ihrer positiven Rolle als Befreier vom Faschismus wieder herauf beschwören. Erneut wird Ideologie über die konkrete Handlung gestellt, mit Ausnahme einiger bewegender Szenen um die Figur der Änne Jansen. Eklatantes Beispiel für Überinterpretation ist die Schlussszene, in der Ernst Thälmann statt zu seiner Hinrichtung ins Endlose läuft, stählernen Blicks. 

https://www.facebook.com/events/554887027904119/

03. 09. „Das Lied vom Trompeter“ (1964, Regie: Konrad Petzold)


In der DDR war er eine Art Nationalheld: Fritz Weineck, besser bekannt als „der kleine Trompeter“. Seine Geschichte erzählt der Film zugleich als Biographie und als Geschichte der Arbeiterbewegung im Spannungsfeld von Sozialkämpfen und 1. Weltkrieg. Fritz Weineck war Arbeitersohn, Bürstenbinder und Trompeter des Roten Frontkämpferbundes. Sein Werdegang und seine grandiose Tat – die Genossen mit Trompetensignalen zu warnen, um Ernst Thälmann auf einer Versammlung zu schützen -  die ihn zudem noch zum jungen Märtyrer der sozialistischen Bewegung macht, sind der Stoff, aus dem die Helden des DDR-Geschichtsbildes sind. Trotz der Gefahr des widerspruchslosen Heldenepos gelingt dem „Action-Regisseur“ Petzold durchaus einige Dynamik und Emotionalität.
Für alle „Lokalhistoriker“ ist anzumerken: Fritz Weineck war gebürtiger Hallenser, und nahezu der gesamte Film spielt in Halle und wurde hier gedreht.

https://www.facebook.com/events/505422362873489/

10.9. „Ich war neunzehn“ (1968, Regie: Konrad Wolf)


Aus der besonderen Perspektive eines deutschen Emigrantensohnes, der 19jährig als Leutnant der Roten Armee in sein deutsches Geburtsland zurückkehrt, werden die wenigen Tage zwischen Kriegsende und Friedensbeginn 1945 geschildert. In einer Reihe von Episoden schildert der Film den Zustand einer traumatisierten und verwirrten deutschen Bevölkerung, die gestern noch Hitler zujubelte und sich heute in Trümmern wiederfindet. Dabei gelingt es dem Film, mit teilweise semidokumentarischen Mitteln, differenziert und spannend Einzelschicksale und typische Haltungen aus dieser Zeit zu erzählen. Der autobiographische Bezug zum Regisseur, der hier seine Erinnerungen inszenierte, verleiht dem Film Glaubwürdigkeit und Authentizität. Trotz gewisser Andeutungen von problematischem Verhalten sowjetischer Soldaten bleibt die geschilderte Rolle der Roten Armee als Befreier vor allem positiv. 

Dienstag, 16. Juli 2013

Yeah, Mr. Luftnummer ist wieder da!

Dank des Innenministers Hans-Peter Friedrich wissen wir jetzt folgendes: nach eigenen Angaben hat die NSA in den letzten Jahren weltweit 45 Anschläge verhindert, davon 25 in Europa und fünf in Deutschland. Das ist super. Nach "eigenen Angaben" der Regierung wissen wir übrigens auch, das wir die allerbeste Bundesregierung aller Zeiten haben. Und nach "eigenen Angaben" haben wir übrigens weniger als drei Millionen Erwerbslose. Nach "eigenen Angaben" habe ich übrigens auch auf dem Weg zur Arbeit sieben Terroranschläge verhindert! Sollte man wissen. Ich hätte jetzt zumindest gern ein Dankeschön vom Innenminister, ach ja und von unserem Wirtschaftsminister auch, denn wussten sie, dass ich nach eigenen Angaben auch 728.251 Arbeitsplätze geschaffen habe? Schön, nicht wahr? Sie werden sie jetzt vielleicht fragen „728.251"? Warum denn ausgerechnet eine solche Zahl?“ Nun das ist recht leicht zu erklären: sie klingt, weil sie so extrem präzise ist, weniger ausgedacht.

Wer glaubt, ein Innenminister müsse nicht die Verfassung und uns alle vor Spionage und Totalüberachung schützen, der ist ganz offensichtlich bei der CSU total richtig, wie der „Bußgang nach Canossa“ (in diesem Fall Washington) unseres sehr geschätzten IM Friedrichs (sie wissen schon, dem Nachfolger von Stasi-2.0-Schäuble) deutlich gezeigt hat. Wer erwartet hat, hier werde mal Tacheles geredet, der kann sich bestätigt fühlen. Hier traf ein Überwachungsfan auf andere Überwachungsfans und dabei herausgekommen ist, dass Überwachung super, notwendig und vor allem total superer ist. Immerhin geht es nicht um Industriespionage und wer nichts zu verbergen hat, hat ja auch nichts zu befürchten, nicht wahr? Und wahrscheinlich sollte mensch aus der Tatsache, dass auch die EU und europäische Botschaften/Regierungen überwacht wurden und gleichzeitig immer behauptet wurde, es gehe nur um die Aufdeckung von Terrorismus, nicht sofort schließen, dass die USA glauben, Europas Herrschafts-Elite bestünde nur aus Terrorist*innen. Gut, es gäbe wahrscheinlich einige, die eben solch einer Zuschreibung bei einigen Regierungsvertreter*innen sehr wohl zustimmen würden. Friedrich gehört wohl aber nicht dazu.

Mensch muss schon sagen, wenn der IM Friedrich einem so nett erklärt, warum totale Kontrolle und das Ausspionieren aller Lebensbereiche notwendig ist, dann hat man doch gleich viel mehr Verständnis für einen Datensammel-Apparat, der recht "humorvolle" Vergleiche hervorbringen kann: http://apps.opendatacity.de/stasi-vs-nsa/. Hier übrigens die klasse Erklärung von Friedrich: "Dieser edle Zweck, Menschenleben in Deutschland zu retten, rechtfertigt zumindest, dass wir mit unseren amerikanischen Freunden und Partnern  zusammenarbeiten, um zu vermeiden, dass Terroristen, dass Kriminelle in  der Lage sind, unseren Bürgern zu schaden" Heißt diese ominöse Zusammenarbeiten eigentlich, dass der IM zugibt, dass die Bundesregierung Bürger*innen- und Freiheitsrechte nach Gutdünken aushebelt und Daten an die USA weiterleitet oder bedeutet es nur, dass sie es in Zukunft tun wird?

Alles spannende Fragen, die der IM sicherlich nach seiner übernächsten Reise irgendwann und irgendwohin beantworten wird. Oder auch nicht, weil er einfach keine Lust auf nervige Fragen hat. Demokratie ist eh viel zu nervig, schließlich behindert ihr lahmer Bürokratismus die Terrorbekämpfung!

Donnerstag, 4. Juli 2013

Bildungsfahrt in die Synagoge Gröbzig am 14. Juli 2013

Liebe Genoss*innen und Sympathisant*innen,

letztes Jahr haben wir drei Bildungsfahrten auf der LMV beschlossen. Die erste haben wir im Februar sehr erfolgreich und mit viel Interesse in die "Euthanasie"-Gedenkstätte Bernburg unternommen. Im Juli steht nun die zweite Fahrt in die ehemalige Synagoge Gröbzig an, zu der wir euch herzlich einladen wollen. Am Sonntag, den 14.07., wollen wir uns gemeinsam über Geschichte und Kultur der jüdischen Gemeinden in Sachsen-Anhalt informieren, die mit der Shoa fast vollständig ausgelöscht wurden. Bitte meldet euch schnell an, damit wir dem Museum mitteilen können, wie viele Leute wir werden.


Informationen zur Bildungsfahrt

  • Wann? Sonntag 14. Juli 2013. von 13:30 – 17:30 Uhr
  • Wo? im Museum Synagoge Gröbzig, Lange Straße 8/10, 06388 Gröbzig
  • Wer? Alle Interessierten (maximal 25 Personen, wer zuerst kommt, mahlt zuerst) 
  • Was? Wir lernen etwas über die Kultur und Geschichte der Gemeinde, über Mord und Vertreibung der Jüdinnen und Juden Gröbzigs (Anhand von Briefen und Dokumenten), es wird aktive methodische Parts geben, um Mechanismen von Ausgrenzung und Separation deutlich zu machen und wir werden einen Sabbat durchführen.
  • Anmeldung: via info@linksjugend-lsa.de
Anreisemöglichkeiten
- per Auto: A 14, Abfahrt Könnern; Richtung Gröbzig (L144, L147, Marktplatz) 
- per Bahn/Rad: nach Könnern oder Köthen, von da mit dem Fahrrad nach Gröbzig (wir würden eine Radtour organisieren, oder einen Autoshuttleservice einrichten. Hierzu ist eine rechtzeitige Anmeldung erforderlich)
Die Fahrt- und Museumskosten werden übernommen, deshalb möchten wir euch bitten möglichst zu fünft mit einem Sachsen-Anhalt-Ticket anzureisen. Reisegruppen können wir über die Anmeldung koordinieren.

Informationen zur Gedenkstätte

Das Museum Synagoge Gröbzig ist deutschland- und europaweit als historischer Gebäudekomplex von Synagoge, Gemeindehaus, Schule und Friedhof als authentisches Zeugnis der ehemaligen jüdischen Gemeinde erhalten.
Der historische Gebäudekomplex, besonders die vollständige auch im Innenraum erhaltene Synagoge aus dem 18. Jahrhundert bietet Raum für vielfältige Veranstaltungen.
Das Museum versteht sich als ein kulturhistorisches Museum, das am Beispiel Gröbzigs Kultur und Geschichte des Judentums im mitteldeutschen Raum und der Region, vor allem des 17./18. und 19. Jahrhunderts, veranschaulicht. Diesem Anspruch trägt insbesondere der Dauerausstellungsbereich in den vier Räumen des Obergeschosses des Gemeindehauses Rechnung.
Zum Museum gehört das Jugendbildungszentrum "International Youth Centre of Education and Recreation": http://www.synagoge-groebzig.de/Jugenbildungszentrum.html